16.07.2021

Wieder einmal Notrufdienst während einer Katastrophe. Den Tsunami habe ich seinerzeit ausgelassen, weil ich kurze Zeit glaubte, ich könnte auch irgendwo arbeiten, wo nicht regelmäßig Blut spritzt und Knochen splittern. Aber ansonsten: Kaprun, Galtür, mehrere Hochwässer…

Die Diskrepanz zwischen dem, was ich tun könnte und müsste, und dem, was mein Arbeitgeber vorgibt bzw. was ich schaffe. Erkennen, wo mir Grenzen gesetzt sind und diese Grenzen respektieren.

Die Mutter, der ich am Abend nicht mehr helfen konnte, ist wohlauf, aber immer noch ohne Wasser, Strom und Auto. Sie war/ist nicht in unmittelbarer Gefahr; für die unmittelbare Gefahr bin ich nicht zuständig, aber dennoch in einer misslichen Situation.

Später eine Kundin, die von Beginn des Gesprächs auf Krawall gebürstet ist. Die Tochter hat einen unbedeutenden Fahrzeugschaden in Italien, die Mutter benimmt sich, als hätte ich ihn verursacht. Irgendwann verbitte ich mir den Ton.

Dazwischen Abrechnungen, zwei Regresse. Einen hat die Kollegin während meines Urlaubs „dümpeln“ lassen, obwohl Fristen zu beachten sind. Die andere Akte schließe ich, der Regressgrund ist zweifel- und die Unterlagen lückenhaft; außerdem ist der Betrag gering.

Der beste Ex der Welt ruft an, ich rufe nicht zurück. Auf Twitter spritzt die Moralinsäure.

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